Ob eine Pferdebox mit wasserdurchlässigen oder mit geschlossenen Stallmatten ausgelegt wird, entscheidet sich nicht an der Matte allein, sondern am Boden darunter. Diese Seite erklärt die Unterschiede, zeigt, welcher Unterbau und welches Gefälle zu welchem Mattentyp passen, und dient zugleich als Anleitung für den Stallmatten-Rechner in unseren Rechnern für Stall und Reithalle.
Perforierte und geschlossene Stallmatten im Vergleich
Wasserdurchlässige (perforierte) Matten
Perforierte Matten haben Löcher oder Schlitze, durch die Urin und Waschwasser nach unten abfließen. Damit das funktioniert, muss die Flüssigkeit unter der Matte weiterlaufen können: Der Unterbau ist dann ein Teil des Entwässerungssystems.
- Vorteile: Die Oberfläche trocknet schneller, es bleibt weniger stehende Nässe, der Einstreubedarf kann sinken.
- Nachteile: Unter der Matte sammeln sich Feinanteile und Gerüche, wenn der Abfluss stockt. Die Matten müssen sich zum Reinigen anheben lassen, der Unterbau muss dauerhaft drainfähig bleiben.
Geschlossene Matten
Geschlossene Matten bilden eine dichte Oberfläche. Flüssigkeit bleibt oben und wird über das Gefälle zum Ablauf oder zur Stallgasse geführt beziehungsweise von der Einstreu aufgenommen.
- Vorteile: Keine Verschmutzung unter der Matte, einfache Reinigung von oben, geeignet auf Beton oder Estrich.
- Nachteile: Ohne Gefälle bleiben Pfützen stehen. Die Fugen müssen dicht schließen, sonst läuft Urin doch darunter, wo er nicht mehr abtrocknen kann.
Als Faustregel gilt: Perforierte Matten gehören auf einen gezielt drainierenden Unterbau, geschlossene Matten auf einen festen, glatten Untergrund mit Gefälle.
Unterbau, Gefälle und Fugen
Drainage-Unterbau für perforierte Matten
Bewährt hat sich ein mehrschichtiger Aufbau: eine verdichtete Tragschicht aus Schotter, darüber eine feinere, ebene Ausgleichsschicht aus Splitt. Unter der Tragschicht muss der Boden das Wasser aufnehmen oder über eine Sickerleitung ableiten können. Auf bindigem Lehm ohne Ableitung staut sich die Nässe, dann ist ein geschlossenes System meist die bessere Wahl. Prüfen Sie vor dem Bau die örtlichen Vorgaben, denn Jauche darf nicht unkontrolliert ins Erdreich gelangen.
Gefälle
Für geschlossene Matten wird der Untergrund mit einem leichten Gefälle zur Stallgasse oder zu einem Ablauf angelegt. Üblich sind etwa 1 bis 2 Prozent. Auf 3,5 m Boxentiefe entspricht das einem Höhenunterschied von rund 3,5 bis 7 cm. Mehr Gefälle ist nicht sinnvoll, weil das Pferd sonst dauerhaft schräg steht. Auch unter perforierten Matten hilft ein geringes Gefälle, damit das Wasser im Unterbau gerichtet abläuft.
Fugen und Ränder
Stallmatten werden dicht gestoßen verlegt, bei Puzzle- oder Nut-Feder-Verbindungen formschlüssig. Gummi arbeitet bei Temperaturwechseln etwas, daher die Matten vor dem endgültigen Zuschnitt einige Zeit im Stall liegen lassen. An den Wänden einen schmalen Randabstand lassen oder eine Randleiste setzen, damit sich die Matten nicht aufwölben. Zuschnitte erfolgen mit einem scharfen Messer entlang einer Richtlatte.
Verlegen mit wenig oder ohne Einstreu
Stallmatten ersetzen die Einstreu nicht vollständig, sie verringern aber die nötige Menge. In der Praxis haben sich drei Varianten etabliert:
- Matte mit reduzierter Einstreu: Eine dünne Schicht Späne oder Pellets bindet Urin, die Matte sorgt für Trittdämpfung und Wärmedämmung nach unten.
- Matte mit Liegebereich: Nur die Liegefläche wird eingestreut, der Bereich an Tür und Tränke bleibt frei.
- Matte ohne Einstreu: Nur mit perforierten Matten auf funktionierender Drainage oder mit geschlossenen Matten bei konsequenter Reinigung und gutem Gefälle zu empfehlen. Das Pferd braucht trotzdem einen trockenen, weichen Platz zum Liegen; ob das gewährleistet ist, sollte am Verhalten des Tieres überprüft werden.
Boxenmaße und Rechenbeispiel
Boxengröße nach den BMEL-Leitlinien
Die Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) setzen die Boxengröße in Beziehung zur Widerristhöhe (WH). Für eine Einzelbox gilt als Mindestfläche (2 × WH)², die kürzere Seite soll mindestens 1,5 × WH betragen. Ein Pferd mit 1,65 m Widerristhöhe benötigt damit rund 10,9 m², bei quadratischer Box etwa 3,30 × 3,30 m. Eine Box von 3,5 × 3,5 m erfüllt diese Vorgabe für Pferde bis etwa 1,75 m Widerristhöhe.
Rechenbeispiel: Box 3,5 × 3,5 m
- Bodenfläche: 3,5 m × 3,5 m = 12,25 m²
- Verschnittzuschlag: etwa 5 bis 10 %, also rund 12,9 bis 13,5 m²
- Angenommenes Mattenformat: 1,0 × 1,5 m = 1,5 m² je Matte
- Bedarf rechnerisch: 13,5 m² ÷ 1,5 m² = 9 Matten
In der Praxis entscheidet das Verlegemuster. Werden die Reststücke einer Reihe in der nächsten weiterverwendet, reichen meist 9 bis 10 Matten. Wer jede Reihe neu beginnt, braucht entsprechend mehr. Für das Gefälle kommen bei 1,5 % auf 3,5 m rund 5 cm Höhenunterschied im Untergrund hinzu.
So nutzen Sie den Stallmatten-Rechner
Geben Sie Länge und Breite der Box, das Format Ihrer Matten und den gewünschten Verschnittzuschlag ein. Der Rechner ermittelt Fläche, Mattenanzahl und auf Wunsch den Höhenunterschied für das gewählte Gefälle. Wer neben der Box auch die Halle plant, findet passende Hinweise unter Reithallenbande: Höhe, Neigung und Bohlenbedarf richtig planen.
